Durch die Philippinen reist du nicht, du fliegst um sie herum. Siebentausendsechshunderteinundvierzig Inseln, sechsunddreißigtausend Kilometer Küste und keine einzige Straße, die das irgendwie verbindet. Jede Etappe deiner Route ist ein Boot oder ein Flugzeug, und genau das unterscheidet dieses Land von allen anderen auf dieser Seite.
Für viele ist es außerdem das beste der fünf. Die Lagunen auf Palawan sind die aus den Fotos, das Tauchen liegt mitten im Korallendreieck und ist wirklich Weltklasse, Siargao hat die Wellen, und fast jeder spricht Englisch. Nirgends in der Region kommst du so leicht ohne Plan an.
Unsere Route hat elf Stopps: Manila, dann Palawan von Puerto Princesa hoch nach El Nido und Coron, Boracay, und die Visayas über Moalboal, Siquijor, Bohol und Malapascua, bevor du auf Siargao endest. Rechne mit €35 am Tag. Das ist mehr als auf dem Festland, weil du ständig ein Fährticket oder einen Flug kaufst.
Warum die Philippinen?
Weil nichts anderes auf dieser Route so aussieht. Kalksteininseln in Wasser, durch das du dreißig Meter tief schaust, eine Wand aus Sardinen fünf Meter vor dem Strand, Fuchshaie im Morgengrauen und eine Insel für jede Art von Tag, die du dir wünschst.
- Weißer Sand und türkises Wasser, und zwar reichlich von beidem
- Tauchen auf Weltklasseniveau: Wracks, Steilwände, Sardinen und Fuchshaie
- Wasserfälle, Canyons und Dschungel, in die du reinspringen kannst
- Fischerdörfer und Inseln ganz ohne Straße
- Menschen, die unermüdlich freundlich sind, und fast überall Englisch
- Surfen, Canyoning und Höhlen für alle, die nicht stillsitzen können
Und weil du auf dieser Route nirgends so leicht reist, ohne ein Wort der Landessprache zu sprechen.
Beste Reisezeit für die Philippinen
Tropisch, mit einer Trockenzeit, einer Regenzeit und obendrauf einer Taifunsaison. Dezember bis Mai ist die grobe Antwort, und die Inseln sind sich da nicht alle einig.
Zwei Dinge zählen hier mehr als irgendwo sonst auf dieser Route. Siargao tickt genau andersrum: Dort sind Mai bis Juli die trockensten Monate und August bis November die beste Surfzeit, es passt also genau dann, wenn der Rest des Landes schwächelt. Und Taifune streichen Flüge gleich reihenweise. Reist du zwischen Juli und Oktober, plan vor dem Heimflug immer einen Puffertag ein. Diesen Tag hat noch niemand bereut.
Pack auch sonst nicht jeden Tag voll. Fähren und Inlandsflüge verschieben sich, und ein Zeitplan ohne Luft macht aus einer guten Reise eine nervöse.
Praktische Infos
Alle vierzehn Pässe auf unserer Visumseite, der deutsche, österreichische und Schweizer eingeschlossen, bekommen bei Ankunft 30 Tage visumfrei, und die kannst du im Land verlängern. Innerhalb von 72 Stunden vor dem Abflug musst du dich allerdings bei eTravel registrieren, und beim Check-in musst du ein Weiterreiseticket vorzeigen können. Danach wird hier öfter gefragt als irgendwo sonst in der Region. Die Details pro Pass stehen auf unserer Visumseite.
Philippinischer Peso. In den Städten und auf den größeren Inseln funktionieren Karten, auf den kleineren läuft alles bar. Geldautomaten verlangen pro Abhebung etwa 250 Pesos Gebühr, zusätzlich zu dem, was deine eigene Bank nimmt. Heb also seltener größere Beträge ab, und nimm Bargeld mit nach Port Barton und Malapascua, wo die Automaten unzuverlässig sind oder ganz fehlen.
Filipino und Englisch sind beide Amtssprachen, und Englisch wird fast überall gesprochen, auch auf kleinen Inseln. Damit reist du hier so leicht wie nirgends sonst auf dieser Route. Ein paar Worte Tagalog oder der lokalen Sprache öffnen trotzdem Türen: „salamat“ für danke, „po“ als Zeichen von Respekt.
Für Reisende grundsätzlich sicher, und die Risiken sind eher praktisch als kriminell: Boote mit zu wenigen Schwimmwesten, Roller auf kaputten Straßen und das Wetter. Pass in Manila auf deine Sachen auf, halte dich an die offiziellen Reisehinweise, und nimm die Küstenwache ernst, wenn sie die Boote im Hafen lässt.
Für die Einreise ist nichts vorgeschrieben. Reisemediziner setzen hier für die meisten Reisenden Typhus auf die Liste und für manche auch Cholera, was sie bei Thailand, Vietnam, Laos oder Kambodscha nicht tun. Malaria ist ein Risiko auf dem Land und in tiefen Lagen unter 600 Metern auf Luzon, Mindanao, Mindoro und Palawan, auf Boracay, Bohol, Cebu und Leyte gibt es kein Risiko. Dengue sticht tagsüber und lebt in den Städten, Mückenschutz leistet hier also mehr als Tabletten. Alles dazu steht auf unserer Seite zu Impfungen.
Unser Tagesbudget ist ein Durchschnitt für das ganze Land, und es liegt aus einem einzigen Grund über dem Festland: Transport. Betten und Essen sind günstig, aber die Fähren und Inlandsflüge zwischen elf Inseln summieren sich.
Backpacker-Budget: etwa €35 pro Tag
- €7Bett im Hostel
- €3einfaches Essen
- €1,20Bier
- €10Bootsfahrt
Richtwerte von unseren eigenen Reisen. Mit einer Partynacht oder einem Tauchgang wird es schnell mehr.
Das regelst du vor dem Flug auf die Philippinen
Kultur und Etikette auf den Philippinen

Die Philippinen fühlen sich nicht an wie der Rest Südostasiens, und das hat einen Grund: dreihundertdreißig Jahre Spanien, dann fünfzig Jahre Amerika, und das alles auf etwas, das schon asiatisch war. Heraus kommen katholische Kirchen neben Reisterrassen, spanische Nachnamen, ein Basketballkorb an jeder Dorfmauer und ein mehrheitlich christliches Land in einer buddhistischen und muslimischen Region.
Was hinterher jeder Reisende erzählt: wie freundlich die Leute sind. Gastfreundschaft ist hier keine Idee aus der Tourismusbranche, sondern eine soziale Pflicht, und dass dich jemand zum Essen einlädt, den du vor zwanzig Minuten kennengelernt hast, ist völlig normal.
Sichtbar genervt sein ist das Einzige, was hier richtig schiefgeht. Wer ausrastet, lässt den anderen das Gesicht verlieren, und danach löst sich gar nichts mehr.
Zwei Wörter lohnen sich. „Po“ und „opo“ sind Höflichkeitsformen, die du anhängst, wenn du mit jemandem sprichst, der älter ist, und sie kosten dich nichts. Und die „Filipino Time“ gibt es wirklich: Sachen fangen spät an, Boote fahren, wenn sie fahren, und wer dagegen ankämpft, verschwendet seinen Urlaub.
- Hallo sagen und lächeln. Filipinos quatschen wirklich gern
- „Po“ und „opo“ benutzen, wenn du mit Älteren sprichst
- Eine Einladung zum Essen annehmen. Die ist ernst gemeint, und Ablehnen wirkt seltsam
- Geduldig bleiben. Die Filipino Time gibt es wirklich, und die ändert sich nicht
- In der Öffentlichkeit wütend oder ungeduldig werden. Das kostet dich mehr als sie
- Jemanden vor anderen kritisieren. Das Gesicht zählt hier
- Etwas schroff ablehnen. Ein freundliches „vielleicht später“ funktioniert viel besser
- Überall Englisch erwarten. Auf den kleinen Inseln helfen ein paar lokale Wörter
Essen auf den Philippinen
Die philippinische Küche ist die am meisten unterschätzte der Region und die, die ihren Nachbarn am wenigsten ähnelt. Kaum scharf, gebaut auf sauer und salzig statt auf scharf und süß, und der Essig übernimmt die Arbeit, die anderswo der Chili macht.
Fang mit Adobo an, Fleisch geschmort in Essig, Sojasoße und Knoblauch. Näher kommt das Land einem Nationalgericht nicht, und in jeder Familie schmeckt es anders. Dann Sinigang, eine mit Tamarinde sauer gemachte Suppe, und Lechon, ein ganzes Spanferkel, stundenlang über Kohlen gegrillt, wofür vor allem Cebu berühmt ist.






Auf den Inseln isst du Fisch, der am selben Morgen angelandet wurde, meistens im Ganzen gegrillt und nach Gewicht verkauft, mit Reis und einem Schälchen Essig mit Knoblauch und Chili. Dieses Schälchen kommt zu fast allem, und es ist keine Deko: Erst damit funktioniert der Teller.
Inselhopping auf den Philippinen

Für die meisten Reisenden hat dieses Land das Wort erfunden. Ein Tag Inselhopping heißt hier: ein hölzernes Auslegerboot, vier oder fünf Stopps, an zwei davon schnorcheln und mittags Gegrilltes am Strand, für irgendwas zwischen €15 und €25.
Auf Palawan gibt es die berühmte Version. El Nido fährt vier Touren mit den Buchstaben A bis D durch die Bacuit-Bucht, und Coron hat die Seen und die Wracks. Dazwischen liegt eine viertägige Bootsexpedition, bei der du unterwegs auf Inseln übernachtest.
Die ruhigere Version bringt dir mehr fürs Geld: Port Barton, drei bis vier Stunden südlich von El Nido, macht dasselbe zum halben Preis, Schildkröten inklusive, und zu Corons südlichen Inseln fährt nur ein Bruchteil der Boote.
Tauchen und Schnorcheln

Die Philippinen liegen im Korallendreieck, wo es mehr Meeresleben gibt als irgendwo sonst auf der Erde, und das Tauchen ist der Grund, warum viele wiederkommen.
Vier Tauchspots liegen auf unserer Route. Coron hat zehn japanische Wracks, 1944 versenkt, manche so flach, dass du drüber schnorcheln kannst. Moalboal hat Millionen Sardinen fünf Meter vor dem Strand, gratis, das ganze Jahr. Malapascua hat im Morgengrauen Fuchshaie am Monad Shoal, und das bietet dir bei einem normalen Sporttauchgang fast kein anderer Ort. Und Bohol hat die Steilwand bei Balicasag, mit Schildkröten dran.
Ein ehrliches Wort zu Walhaien. In Oslob auf Cebu werden sie von Booten aus gefüttert, damit sie in der Bucht bleiben, und deshalb siehst du sie dort so zuverlässig. Vor Puerto Princesa auf Palawan sind sie wild, niemand füttert sie, und niemand kann dir irgendetwas versprechen. Beides wird angeboten, und es ist nicht dasselbe: Entscheide mit offenen Augen.
Unterwegs auf den Philippinen
Eine Route über Land gibt es hier nicht. Jede Etappe ist ein Boot oder ein Flugzeug, und das braucht mehr Planung als irgendwo sonst auf dieser Seite.

Inlandsflüge sind das Rückgrat. Manila und Cebu sind die beiden Drehkreuze, die meisten Inselsprünge dauern etwa eine Stunde, und ein paar Wochen vorher gebucht sind sie günstig. Am Tag vorher gebucht sind sie es nicht.
Fähren verbinden die Inseln, die nah beieinander liegen: Cebu nach Bohol in zwei Stunden, Dumaguete nach Siquijor in einer, El Nido nach Coron in vier. Langstreckenfähren gibt es auch, aber die brauchen Tage statt Stunden, und das ist selten der Tausch, den du willst.
An Land fährst du Jeepney, einen umgebauten amerikanischen Armeelaster mit Bänken hinten drin, für etwa zwanzig Cent pro Fahrt, und für alles Kürzere das Tricycle. In Manila nimmst du Grab, da steht der Preis fest, bevor du einsteigst.
Auf den Inseln selbst mietest du einen Roller: Siquijor, Siargao und Bohol sind wie dafür gemacht. Die Philippinen akzeptieren den Internationalen Führerschein nach dem Abkommen von 1949 oder 1968 zusammen mit deinem eigenen Führerschein, und auf Bohol und rund um Puerto Princesa wird er kontrolliert. Ohne ihn zahlt deine Auslandskrankenversicherung nicht.
- InlandsflugDas Rückgrat: 1 Stunde zwischen den meisten Inseln
- FähreCebu nach Bohol 2 Std. · El Nido nach Coron 4 Std.
- BangkaDas Auslegerboot für jeden Inselhopping-Tag
- JeepneyEtwa €0,20 pro Fahrt, und das Wahrzeichen des Landes
- RollerAb €6 pro Tag, und so kommst du auf den meisten Inseln am besten herum
Die Philippinen für jeden Reisetyp
Mehr Abwechslung als in jedem anderen Land auf dieser Route, weil jede Insel etwas anderes macht. Die Kunst ist, dir die vier oder fünf auszusuchen, für die du wirklich Zeit hast.
Das Korallendreieck: Wracks bei Coron, Sardinen bei Moalboal, Fuchshaie bei Malapascua und eine Steilwand bei Bohol. Da kommen weltweit nur wenige Orte heran.
36.000 Kilometer Küste und 7.641 Inseln. Nacpan, White Beach, Kalanggaman, und jede Menge Strände, an denen überhaupt niemand liegt.
Canyoning bei Kawasan, Surfen am Cloud 9, ein acht Kilometer langer unterirdischer Fluss und eine Kletterpartie über den Felsen von El Nido.
Richtig gute Hostels und schnell Anschluss, für etwas mehr pro Tag als auf dem Festland, weil du ständig ein Ticket zur nächsten Insel kaufst.
Englisch überall macht die Philippinen zum Land, in dem du hier am leichtesten allein reist: Du kommst ohne Plan irgendwo an und hast beim Abendessen einen. Es ist aber auch das Land, in dem du deine Route vorausbuchen musst, denn ein voller Flug ist ein voller Flug.




























