Singapur ist ein ganzes Land, das in eine einzige Stadt passt. Eine Insel von 735 Quadratkilometern ganz unten an der Malaiischen Halbinsel, auf der dich ein Nachmittag von einem chinesischen Tempel an einem Hindutempel vorbei zu einer Moschee bringt. Und der Abend endet flach auf dem Rücken unter den leuchtenden Supertrees der Gardens by the Bay. Alles funktioniert, alles ist blitzsauber, und die Metro bringt dich in einer Dreiviertelstunde vom Flughafen ins Zentrum.
Die meisten Backpacker haken Singapur als teuren Zwischenstopp ab. Und ja, ein Bett im Schlafsaal kostet hier mehr als ein Hotelzimmer in Vietnam. Aber Backpacking in Singapur mit kleinem Budget klappt richtig gut, wenn du weißt, wo du hingehst. In den Hawker-Centern kostet ein Teller Chicken Rice ein paar Euro, von einem Stand, der seit Jahrzehnten an genau diesem einen Gericht feilt. Die besten Aussichten und Lichtshows der Stadt sind gratis. Und das Grün, von den Botanic Gardens bis zur kleinen Insel Pulau Ubin, kostet dich höchstens ein Bootsticket.
Damit ist Singapur der ideale Start oder Abschluss einer Südostasien-Reise. Lande hier, gewöhn dich ein paar Tage an Hitze und Jetlag in einer Stadt, in der nichts schiefgeht, und fahr dann mit Zug oder Bus rüber nach Malaysia. Für deine erste große Reise gibt es keinen sanfteren Einstieg.
Warum Singapur?
Singapur ist das einfachste Land in Südostasien und damit der perfekte Ort, um deine Reise zu beginnen oder zu beenden. In ein paar Tagen probierst du drei Küchen, läufst durch vier Kulturen und siehst eine Skyline, die es sonst nirgends in der Region gibt.
- Hawker-Center mit dem besten günstigen Essen der Stadt
- Eine futuristische Skyline mit kostenlosen Lichtshows
- Chinatown, Little India und Kampong Glam zu Fuß erreichbar
- Tropisches Grün mitten in der Stadt und auf Pulau Ubin
- Changi, ein Flughafen, in dem du gern einen ganzen Tag abhängst
- Sicher, sauber und überall Englisch
Singapur passt zu Foodies, zu allen, die zum ersten Mal nach Asien reisen, und zu Backpackern, die vor Malaysia einen Stopover einlegen wollen.
Beste Reisezeit für Singapur
Singapur liegt knapp nördlich des Äquators, es ist also das ganze Jahr heiß: tagsüber um die 31 Grad, und nachts kühlt es kaum ab. Eine Trockenzeit wie in Thailand gibt es nicht. Es regnet das ganze Jahr, meistens als kurzes, heftiges Gewitter am späten Nachmittag, und danach ist die Sonne sofort wieder da. Dezember und Januar sind am nassesten: Der Nordostmonsun kann dir einen ganzen Tag grauen Himmel und Regen bringen. Der Februar ist der trockenste Monat des Jahres, mit einer Brise, die die Hitze erträglich macht.
Wann ist also die beste Reisezeit für Singapur? Februar bis April ist am angenehmsten, aber ehrlich gesagt geht Singapur immer: Die Stadt ist für Regen gebaut, mit überdachten Wegen zwischen den Metrostationen und Klimaanlage in jeder Mall. Tipp von Rebels on the Road: Mach deine Spaziergänge und die Southern Ridges am Vormittag und heb dir das Museum oder die Mall für den Nachmittag auf. Dann bist du drinnen, wenn das Gewitter losbricht, und stehst um Viertel vor acht trocken unter den Supertrees für die Lichtshow.
Praktische Infos
Mit dem deutschen Pass und fast allen anderen Pässen auf unserer Visumseite kommst du bis zu 90 Tage visumfrei rein; mit kanadischem Pass sind es 30. Bei der Ankunft bekommst du einen digitalen e-Pass, und auf dem steht, wie viele Tage du wirklich bleiben darfst. Dein Pass muss bei der Ausreise noch mindestens sechs Monate gültig sein. Füll innerhalb von drei Tagen vor der Ankunft die kostenlose SG Arrival Card aus, auch wenn du mit Bus oder Zug aus Malaysia kommst und auch, wenn du beim Umsteigen nur kurz in die Stadt gehst. Alle Einreisebestimmungen pro Pass stehen auf unserer Visumseite.
Die Währung ist der Singapur-Dollar (SGD), geschrieben S$. Rechne mit ungefähr anderthalb Dollar pro Euro. Du zahlst fast überall kontaktlos, auch in der Metro: Halt einfach deine eigene Bank- oder Kreditkarte an das Drehkreuz. Viele Hawker-Stände nehmen auch Karte, aber hab für die älteren etwas Bargeld dabei. Trinkgeld ist nicht üblich; in Restaurants siehst du oft „++“ hinter dem Preis, und das heißt, dass noch 10% Servicegebühr und 9% GST dazukommen. Welche Karte du mitnehmen solltest, steht auf unserer Seite zu Reisekreditkarten.
Singapur hat vier Amtssprachen: Englisch, Malaiisch, Mandarin und Tamil. Englisch ist die Sprache der Straße, der Schilder und der Behörden, du kommst also überall zurecht. Gewöhnungsbedürftig ist nur Singlish, das lokale Englisch voller malaiischer und chinesischer Wörter. Sagt jemand „can lah“, heißt das einfach „kein Problem“.
Singapur ist eine der sichersten Städte der Welt, auch nachts und wenn du allein reist. Das Leitungswasser kannst du überall trinken, füll deine Flasche also einfach auf. Das Land ist berühmt für seine strengen Regeln, und die gelten auch für dich als Besucher. Was du wissen musst, steht unten bei der Kultur. Lies vor der Abreise die Reisehinweise deiner eigenen Regierung und prüf, was deine Auslandskrankenversicherung abdeckt.
Für Singapur sind keine Impfungen vorgeschrieben, außer du kommst aus einem Gelbfiebergebiet, und Malaria gibt es nicht. Reisemediziner haben für Singapur selbst keine allgemeinen Empfehlungen, aber reist du weiter durch die Region, brauchst du die Impfungen für diese Länder meistens sowieso. Dengue kommt vor: Trag tagsüber Mückenschutz auf. Welche Impfungen du brauchst, steht auf unserer Seite zu Impfungen.
Singapur ist das teuerste Land auf unserer Route, fast doppelt so teuer wie Malaysia. Unsere €55 pro Tag sind ein Budget für clevere Backpacker: ein Bett im Schlafsaal für €20 bis €30, drei Hawker-Mahlzeiten für ein paar Euro pro Teller, die Metro und vor allem Gratis-Programm. Die Kosten in Singapur stecken in zwei Dingen: Getränke und Attraktionen. Eine große Flasche Tiger kostet im Hawker-Center etwa €6, in einer Bar zahlst du für ein Glas schnell €8 bis €12, und ein Ticket für die Gewächshäuser der Gardens by the Bay oder eine Rooftop-Bar läppern sich schnell zusammen. Such dir also ein oder zwei Sachen aus und lass den Rest. Online bleiben ist einfach: Mit einer eSIM hast du Netz, sobald du landest, und in vielen öffentlichen Gebäuden gibt es kostenloses WLAN über Wireless@SG.
Backpacker-Budget: etwa €55 pro Tag
- €25Bett im Hostel
- €3,50einfaches Essen
- €6Bier
- €1,20Fahrt mit der MRT
Richtwerte für einen Backpacker. Mit einer Partynacht oder einem Tauchgang wird es schnell mehr.
Das regelst du vor dem Flug nach Singapur
Kultur, Regeln und Etikette in Singapur

Singapur ist eine Stadt von Einwanderern. Die meisten Menschen haben chinesische Wurzeln, daneben gibt es malaiische und indische Singapurer, und jede Gruppe hat ihr eigenes Viertel behalten. In Chinatown hängen die roten Laternen am Buddha Tooth Relic Temple, in Little India riechst du Jasmin und Curry zwischen den knallbunt gestrichenen Shophouses, und in Kampong Glam schließt die goldene Kuppel der Sultan-Moschee die Arab Street ab. Dazu kommen die Peranakan, Nachfahren chinesischer Händler und malaiischer Frauen, mit ihren Pastellhäusern in Joo Chiat und einer ganz eigenen Küche.
Was all diese Kulturen zusammenbringt, ist das Essen. Singapurer reden übers Essen wie wir übers Wetter, und seit 2020 steht die Hawker-Kultur sogar auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes.
An der South Bridge Road in Chinatown stehen eine Moschee, ein Hindutempel und ein chinesischer Tempel keine fünf Minuten zu Fuß voneinander entfernt.
Dann die Regeln, denn dafür ist Singapur berühmt. Sie klingen streng, sind aber leicht einzuhalten, wenn du sie kennst. Kaugummi darf nicht ins Land und wird nirgends verkauft, lass die Packung also zu Hause. Vapes und E-Zigaretten sind komplett verboten: Wirst du mit einer erwischt, bist du sie los und zahlst S$700 Strafe, etwa €470, auch als Tourist. Kein Essen und Trinken in Metro und Bus, nicht mal ein Schluck Wasser, und Durian, die berühmt stinkende Frucht, darf nicht in die öffentlichen Verkehrsmittel. Auf Drogen, auch weiche, stehen extrem harte Strafen. Hältst du dich an all das, merkst du vor allem das Ergebnis: eine Stadt, die sauber, ruhig und sicher ist.
- Deinen Tisch „reservieren“ wie die Einheimischen, mit einer Packung Taschentücher auf dem Platz
- Dein Tablett im Hawker-Center selbst zurück zum Regal bringen
- In Moscheen und den meisten Tempeln die Schuhe ausziehen
- In der Sultan-Moschee Schultern und Knie bedecken (dort leihen sie dir ein Gewand)
- Kaugummi oder eine Vape im Gepäck mitbringen
- In Metro oder Bus essen oder trinken
- Müll auf die Straße werfen oder außerhalb der markierten Stellen rauchen
- Einen Tisch mit einer Packung Taschentücher drauf nehmen: Der ist besetzt
Essen in Singapur
Essen in Singapur heißt: essen im Hawker-Center. Das ist eine überdachte Halle voller Stände, mit Tischen in der Mitte, an denen alle zusammensitzen. Jeder Stand macht eine Sache, oft seit Generationen, und ein Teller kostet ein paar Euro. Es gibt mehr als hundert davon in der ganzen Stadt, vom Maxwell Food Centre in Chinatown bis Lau Pa Sat zwischen den Bürotürmen, und die Faustregel ist einfach: Stell dich in die längste Schlange.
Unterwegs isst du zum Beispiel:






Fang deinen Tag an wie ein Singapurer: Kaya Toast, zwei weich gekochte Eier mit einem Schuss Sojasoße und eine Tasse Kopi, starker Kaffee mit Kondensmilch. Chili Crab ist das Gericht, für das Singapur berühmt ist, aber das isst du im Restaurant, und ein Budgetessen ist es nicht. Willst du dir einmal was gönnen? Dann jetzt. Bestell frittierte Brötchen dazu, um die Soße aufzutunken.
Hawker-Center und kostenlose Sehenswürdigkeiten in Singapur

Das Geheimnis eines bezahlbaren Singapur ist simpel: Iss, wo die Singapurer essen, und mach, was die Stadt verschenkt. Und das ist eine ganze Menge. Jeden Abend um 19.45 und 20.45 Uhr gehen die Supertrees in den Gardens by the Bay für Garden Rhapsody an, eine fünfzehnminütige Licht- und Musikshow. Du legst dich einfach auf den Boden und schaust nach oben. Der Park drumherum ist auch gratis; zahlen musst du nur für die großen Gewächshäuser. Lauf danach runter ans Wasser zu Spectra, der Licht- und Wassershow am Marina Bay Sands, um 20 und 21 Uhr, freitags und samstags auch um 22 Uhr.
Tagsüber schlenderst du durch die Botanic Gardens, seit 2015 UNESCO-Welterbe und kostenlos, oder läufst die Southern Ridges, einen Pfad durch die Baumkronen und über die geschwungene Brücke Henderson Waves. Lust auf einen Tag raus aus der Stadt? Nimm ab Changi Point ein Bumboat nach Pulau Ubin: Für S$4 pro Person, etwa €3 und nur bar, bringen dich zehn Minuten auf dem Wasser auf eine Insel mit Holzhäusern, Mangroven und Radwegen, so wie ganz Singapur früher aussah. Mehr kostenlose Sehenswürdigkeiten, Viertel für Viertel, findest du auf unserer Seite zu Singapur.
Stopover in Changi: Wie viele Tage für Singapur?

Für Singapur brauchst du keine Wochen. Drei bis vier Tage reichen für die Highlights: ein Tag für Marina Bay und die Supertrees, ein Tag durch Chinatown, Little India und Kampong Glam und ein Tag für Sentosa, Pulau Ubin oder die Botanic Gardens. Willst du auch Tiong Bahru und die Peranakan-Straßen von Joo Chiat sehen, oder dich einfach länger von Stand zu Stand essen? Dann nimm den vierten Tag dazu.
Genau deshalb funktioniert Singapur so gut als Stopover. Du fliegst auf der Langstrecke nach Changi, und von dort bringen dich die Billigairlines in fast jede Stadt der Region. Der Flughafen ist selbst eine Sehenswürdigkeit: Im Jewel, dem Gebäude gegenüber von Terminal 1, stürzt der Rain Vortex 40 Meter in die Tiefe, der höchste Indoor-Wasserfall der Welt, mitten in einem überdachten Regenwald. Schauen kostet nichts. Du hast nur einen Umstieg? Bei einer Umsteigezeit von fünfeinhalb bis 24 Stunden kannst du dich als Transitpassagier für die Free Singapore Tour anmelden, eine kostenlose Stadtrundfahrt im Bus an der Skyline vorbei. Vergiss dann auch die SG Arrival Card nicht.
Unterwegs in Singapur und weiter nach Malaysia
In Singapur selbst brauchst du ein Verkehrsmittel: die MRT. Die Metro ist schnell, gekühlt und günstig, Fahrten ab etwa einem Euro, und bringt dich mit einmal Umsteigen in Tanah Merah von Changi in die Stadt. In den öffentlichen Verkehrsmitteln zahlst du, indem du deine eigene kontaktlose Bank- oder Kreditkarte ans Drehkreuz hältst, rein und raus mit derselben Karte. Für späte Fahrten gibt es Grab, die App für Taxis zum Festpreis, wie überall in der Region.

Das vielleicht Beste an Singapur: Malaysia ist nur einen Katzensprung entfernt. Über den Causeway bei Woodlands kommst du nach Johor Bahru, und von dort liegt dir die ganze Halbinsel offen. Bequeme Busse fahren direkt von Singapur nach Melaka, in vier bis fünf Stunden ab etwa €18, und nach Kuala Lumpur in fünf bis sechs Stunden, für €14 bis €30. Diese Zeiten gelten, wenn alles gut läuft: Freitagabends, am Wochenende und rund um Feiertage steht der Causeway komplett still, und dann bist du schnell ein paar Stunden länger unterwegs.
Unser Insider-Tipp ist der Zug. Der KTM Shuttle Tebrau gleitet in fünf Minuten am Stau vorbei, von Woodlands nach JB Sentral in Johor Bahru, für S$5 (etwa €3,50). Seit Dezember 2025 fährt von dort der elektrische ETS-Zug nach KL Sentral, in rund viereinhalb Stunden ab etwa €16. Es fahren nur eine Handvoll Züge am Tag, buch dein Ticket also ein paar Tage vorher. Du willst an den Strand? Nimm den frühen Bus nach Mersing, etwa vier Stunden, und die Fähre nach Tioman, noch mal anderthalb bis zwei Stunden. Gut zu wissen: Der RTS Link, eine kurze Metro zwischen Woodlands und Johor Bahru, soll im Februar 2027 öffnen, und der Shuttle Tebrau wird ein halbes Jahr später eingestellt. Check also vor der Abreise, was gerade fährt.
- MRTSchnell und günstig durch die ganze Stadt
- GrabFestpreis, auch nachts
- BusNach Melaka, Kuala Lumpur und Mersing
- Shuttle Tebrau & ETSÜber Johor Bahru nach KL
- FlugzeugVon Changi in die ganze Region
Singapur für jeden Reisetyp
Singapur ist klein, passt sich aber leicht an deinen Reisestil an: dich von Stand zu Stand essen, ein Tag im Grünen oder einfach nach einem langen Flug wieder zu dir kommen.
Gute Hostels in Chinatown und rund um Bugis, und ein Budget, das du mit Hawker-Essen und Gratis-Shows im Griff behältst.
Chinesische, malaiische, indische und Peranakan-Küche, oft alles unter dem Dach eines einzigen Hawker-Centers.
Gewöhn dich hier ganz ohne Stress an die Hitze, das Essen und die Zeitverschiebung.
Mit dem Rad über Pulau Ubin, wandern im Regenwald bei MacRitchie und herausfinden, wie grün diese Weltstadt wirklich ist.
Du reist allein? Eine einfachere Stadt für den Anfang gibt es nicht: sicher, leicht zu durchschauen, und alle sprechen Englisch.










