Bangkok hat mehr Sehenswürdigkeiten, als in drei Tage passen, und das ist kein Problem, das du lösen musst. Die Stadt ist zu groß zum Abhaken, und die Viertel liegen zu weit auseinander, um alles unterwegs mitzunehmen. Hier entscheidest du, oder die Hitze entscheidet für dich.
Ein paar Dinge gehören beim ersten Besuch einfach dazu: die Tempel am Fluss, ein Abend, an dem du dich durch Chinatown isst, und mindestens einmal ein Boot statt eines Taxis. Andere sind ein schönes Extra, wenn du länger bleibst, denn jede Fahrt quer durch diese Stadt kostet Zeit, mit der du sorgfältig umgehen willst.
Wofür nutzt du also deine Tage in Bangkok, und was hebst du dir fürs nächste Mal auf?
Erst das Praktische, also wie viele Tage du brauchst, wo du schläfst und wie du hinkommst? Das steht alles auf unserer Bangkok-Seite.
Streetfood in Chinatown
Für die meisten Backpacker ist das das eigentliche Highlight von Bangkok, und es kostet fast nichts. Tagsüber döst die Yaowarat Road vor sich hin, aber sobald es dunkel wird, gehen die Neonschilder an, die Garküchen rollen auf den Gehweg, und an jeder Ecke riecht es nach etwas anderem.
Geh gegen sieben Uhr hin, dann machen die Wagen auf. Ein Gericht vom Wagen kostet etwa €1,50, drei oder vier Stände an einem Abend sind also locker drin. Setz dich nicht ins erstbeste Restaurant. Lauf herum, such die Schlange mit den Einheimischen und stell dich dazu. Was du bestellen sollst und welche Straßen du noch mitnehmen kannst, steht in unserem Guide zum Streetfood in Bangkok.
Sagst du nichts zur Schärfe, bekommst du die thailändische Version. Willst du es milder, frag nach „mai phet“. Und komm hungrig, denn das ist kein Abend für einen einzigen Teller.
Unser Urteil: unbedingt, am besten schon am ersten Abend
Der Große Palast und Wat Phra Kaew
Wenn du in Bangkok nur eine historische Stätte besuchst, dann diese. Warum, merkst du, sobald du durchs Tor gehst: goldene Dächer, bunte Details und Gebäude, die in alle Richtungen glitzern. Ab 1782 war das hier das königliche Herz der Stadt, und innerhalb der Mauern liegt auch Wat Phra Kaew, der Tempel des berühmten Smaragd-Buddhas.
Geh früh, bevor die Hitze steigt und die Reisebusse ankommen. Die Anlage liegt am Fluss, von Banglamphu aus kannst du also hinlaufen oder für etwa €0,40 den Chao Phraya Express nehmen. Schultern und Knie bedecken, sonst kommst du nicht rein.
Kommt jemand auf dich zu und erzählt, der Palast sei heute geschlossen, lauf einfach weiter. Das ist die bekannteste Masche in Bangkok, und sie endet immer in einem Tuk-Tuk auf dem Weg zum Juwelier.
Unser Urteil: unbedingt, auch mit den Menschenmassen
Wat Pho und der liegende Buddha
Wat Pho liegt ein paar Gehminuten vom Großen Palast entfernt, und das ist kein Zufall: Beides machst du am selben Vormittag. Der liegende Buddha ist 46 Meter lang und füllt die ganze Halle aus, du siehst ihn also nie auf einmal. Du läufst an ihm entlang und entdeckst ihn Stück für Stück.
Bleib nicht bei dieser einen Halle stehen. Die Tempelanlage drumherum ist größer, als die meisten erwarten, mit stillen Innenhöfen, Reihen von Buddhastatuen und viel mehr Ruhe als hundert Meter weiter am Palast.
Plan Wat Pho direkt nach dem Großen Palast ein, dann bist du schon tempeltauglich angezogen und sowieso in dieser Ecke der Stadt.
Unser Urteil: ein Muss, und nimm dir mehr als eine Viertelstunde
Wat Arun auf der anderen Flussseite
Für uns der schönste Tempel von Bangkok. Der Tempel der Morgenröte steht mit seinem markanten Turm direkt am Chao Phraya, und das Wasser drumherum gibt ihm eine ganz andere Stimmung als den Tempeln am anderen Ufer. Erst aus der Nähe siehst du, dass der ganze Turm mit Porzellan besetzt ist.
Du kommst mit der kleinen Fähre von der Seite von Wat Pho hin, die Überfahrt dauert ein paar Minuten. Damit ist die klassische Tagesrunde komplett: zuerst der Große Palast, dann Wat Pho, dann mit dem Boot rüber zum Wat Arun. Zurück fährst du danach mit dem Chao Phraya Express.
Eher Langschläfer? Dann bleib auf der anderen Seite, bis die Sonne untergeht. Wat Arun im Abendlicht, vom gegenüberliegenden Ufer aus gesehen, ist das Bild von Bangkok, das die meisten mit nach Hause nehmen.
Unser Urteil: der schönste der drei, heb ihn dir also für den Schluss auf
Mit dem Linienboot auf dem Chao Phraya
In Bangkok musst du nicht für alles eine Tour buchen. Steig einfach in ein Linienboot auf dem Fluss: Das kostet etwa €0,40 und zeigt dir die Stadt von einer ganz anderen Seite. Tempel, alte Holzhäuser, Luxushotels und Wolkenkratzer ziehen an dir vorbei.
Der Chao Phraya Express fährt genau an dem Abschnitt entlang, auf dem du sowieso unterwegs bist, und kostet dich also keine extra Zeit. Noch besser: Auf dem Wasser bist du oft schneller als auf der Straße, und du stehst nicht im Stau, während das Taxameter läuft.
Stell dich an die Seite, statt drinnen zu sitzen. Heiß ist es trotzdem, aber auf dem Wasser weht wenigstens ein Lüftchen.
Unser Urteil: günstig, luftig und macht mehr Spaß als jedes Taxi
Tagesausflug nach Ayutthaya
Achtzig Kilometer nördlich von Bangkok liegt die alte Hauptstadt Thailands, heute ein Feld aus Tempelruinen und verwitterten Türmen. Nach zwei Tagen Verkehr und Wolkenkratzern ist das wie tief durchatmen, und es ist das beste Stück Geschichte, das du von der Stadt aus erreichst.
Du kommst mit dem Zug hin, oder du buchst eine Tagestour mit Mittagessen, die dich an einem Tag zu den wichtigsten Tempeln bringt. Rechne mit einem ganzen Tag, nicht mit einem kurzen Vormittag.
Mach das an deinem dritten Tag, nicht am ersten. Wenn du gerade erst in Thailand gelandet bist, ist ein langer Tag in der Hitze genau das, was du nicht brauchst. Wie Bangkok in eine Reise von drei Wochen passt, steht in unserer Thailand-Route.
Unser Urteil: mach es, wenn du drei Tage oder mehr hast
Ein Abend auf der Khao San Road
Ist die Khao San Road touristisch? Und wie. Heißt das, du solltest dich fernhalten? Nein. Gerade auf deiner ersten Backpackingreise durch Thailand macht es Spaß, einen Abend lang hier entlangzuschlendern: Bars, Musik, Streetfood, Buckets und Backpacker aus aller Welt, zusammengequetscht auf ein paar hundert Meter.
Es ist voll, chaotisch und ziemlich drüber, aber du hast eine gute Zeit. Es gibt nichts zu planen und nichts zu buchen. Du läufst einfach rein, und der Rest passiert von allein.
Nach diesem einen Abend hast du es gesehen. Danach gehst du in die Soi Rambuttri, die Straße direkt nebenan: dieselbe Backpacker-Stimmung, aber entspannter, mit Livemusik und Terrassen, auf denen ihr euch noch unterhalten könnt. Und lass dein Getränk auf der Khao San nie unbeaufsichtigt stehen.
Unser Urteil: ein Abend reicht völlig, dann ab in die Soi Rambuttri
Noch Zeit übrig in Bangkok?
Noch ein, zwei Tempel mehr
Bangkok hat rund vierhundert Tempel. Mit dem Großen Palast, Wat Pho und Wat Arun hast du die schönsten und wichtigsten gesehen, danach gehst du nach Gefühl. Wat Saket mit dem Golden Mount ist eine gute Wahl, denn du steigst eine Treppe hoch und hast oben den Blick über die Dächer der Altstadt. Bleib bei ein oder zwei am Tag, in dieser Hitze reicht das völlig.
Eine Stunde Abkühlung in der Mall
Die Malls sind riesig und fast schon eine eigene Sehenswürdigkeit, mit Foodcourts, in denen du für ein paar Euro isst, und Klimaanlage, unter der du kurz wieder zu dir kommst. Such dir eine aus, kühl dich ab und stürz dich dann wieder in die Stadt.
Die Khao San Road zur richtigen Uhrzeit
Alles, was die Khao San lustig macht, passiert nach acht Uhr abends: Dann quellen die Stände auf die Straße und alle sitzen draußen. Tagsüber ist sie eine ruhige Straße, durch die du auf dem Weg zu den Tempeln entspannt laufen kannst. Für die Stimmung kommst du also abends wieder.
So kommst du am schlauesten herum
Nimm Grab für deine Fahrten: Der Preis steht vorher fest, und es gibt nichts zu verhandeln. Erzählt dir jemand an einer Sehenswürdigkeit, sie sei heute geschlossen, und bietet dir eine günstige Tuk-Tuk-Runde an, bedank dich freundlich und geh weiter. Diese Runden enden bei einem Juwelier oder Schneider, bei dem der Fahrer seine Provision kassiert. Einfach zum Eingang weiterlaufen und selbst nachsehen klappt jedes Mal. Wie die Boote, die Metro und die Nachtbusse im Rest des Landes funktionieren, steht in unserem Guide zur Fortbewegung in Thailand.
Unsere Top 5 in Bangkok
Nur ein paar Tage? Diese fünf würden wir auf jeden Fall machen:
- Streetfood entlang der Yaowarat Road in Chinatown, ab etwa sieben Uhr abends
- Der Große Palast und Wat Phra Kaew, so früh am Morgen, wie du es schaffst
- Wat Pho und der liegende Buddha, direkt danach
- Wat Arun auf der anderen Flussseite, am besten zum Sonnenuntergang
- Ein Linienboot auf dem Chao Phraya statt eines Taxis
Danach noch Zeit? Ein Muay-Thai-Abend im Rajadamnern-Stadion ist die beste Art, einen Abend zu füllen. Bist du am Wochenende da, geh auf den Chatuchak: Der Markt ist nur samstags und sonntags, und ein paar Stunden sind dort weg, ohne dass du es merkst. Und willst du die Skyline von oben, dann auf den SkyWalk im King Power Mahanakhon oder einfach mit einem Bier auf eine Rooftop-Bar.
Was musst du in Bangkok denn nun wirklich machen?
Ehrlich? Nichts auf dieser Liste ist Pflicht. Bangkok ist einfach zu groß für eine Checkliste: Für jeden Tempel, den du abhakst, gibt es drei Straßen, die du nie betreten wirst. Dein bester Tag hier ist wahrscheinlich der, an dem du deinen Plan zur Hälfte in die Tonne trittst, in irgendeine Soi abbiegst und dich dahin setzt, wo es voll ist. Nutz diese Liste also zum Auswählen, und lass drumherum Luft.
Wenn wir nur eine Sache aussuchen müssten: essen. Setz dich an einen Wagen auf dem Gehweg, an dem nur Thais sitzen, zeig auf das, was dein Nachbar isst, und bestell genau das. €1,50, zehn Minuten, und genau davon erzählst du in einem Jahr noch.
Und gib der Stadt zwei Tage, bevor du dir ein Urteil bildest. Für fast alle ist der erste Tag der härteste der ganzen Reise: die Hitze, der Verkehr, die schiere Menge an allem. Dann macht es irgendwann Klick, und du sitzt auf einem Plastikhocker am Straßenrand vor einem Teller Nudeln und fragst dich, warum du hier nur drei Tage eingeplant hast.




