In den Cameron Highlands passiert alles am Morgen. Um halb neun liegt der Nebel noch in den Tälern zwischen den Teehügeln, die Pflücker sind schon bei der Arbeit, und die Pfade sind trocken. Gegen Mittag ziehen die Wolken zu, die Ausflugsbusse fahren an der Teeplantage vor, und oft rollt ein kräftiger Schauer heran. Hast du diesen Rhythmus raus, holst du aus denselben Tagen doppelt so viel heraus.
Ein paar Sehenswürdigkeiten sind der Grund, warum du die kurvige Straße hochfährst: der Moosregenwald in den Wolken und der Tee an den Hängen. Andere runden deinen Aufenthalt ab, wie eine Wanderung, die direkt hinter deinem Hostel anfängt, und ein Topf Brühe auf dem Tisch, wenn es draußen kalt wird. Und ein paar hebst du dir für einen dritten Tag auf.
Wie füllst du hier oben also deine Vormittage, und was machst du, wenn der Regen kommt?
Wie du hinkommst, wo du schläfst und wie viele Tage du einplanst, steht alles auf unserer Seite zu den Cameron Highlands.
Der Mossy Forest
Für uns das magischste Stück Natur auf der Halbinsel. Hoch oben am Gunung Brinchang, auf etwa zweitausend Metern, liegt ein Nebelwald, in dem jeder Ast, jede Wurzel und jeder Stein unter einer dicken Schicht grünem Moos steckt. Die Wolken treiben einfach zwischen den Stämmen hindurch. Du läufst auf einem Holzsteg hindurch, und nach zehn Schritten hast du vergessen, dass unten eine Bergstraße voller Reisebusse liegt.
Für Ausländer kostet es etwa €6. Die Straße hinauf ist schmal und steil, und öffentliche Verkehrsmittel gibt es nicht, deshalb fahren die meisten Reisenden mit einer Land-Rover-Tour hoch. Du kannst auch auf eigene Faust hin, aber mit einer Tour bekommst du die Teeplantage gleich dazu.
Frag in Tanah Rata zuerst nach, ob der Holzsteg offen ist: Nach Erdrutschen ist er manchmal wochenlang gesperrt. Und nimm einen Pulli und eine Regenjacke mit, denn oben ist es ein paar Grad kälter als im Dorf. An einem klaren Morgen bekommst du noch einen Blick über die Highlands dazu.
Unser Urteil: der Grund, auf den Berg zu fahren, wenn der Holzsteg offen ist
Früh zu BOH Sungei Palas
BOH Sungei Palas ist die berühmteste Teeplantage Malaysias, und warum, siehst du, sobald dich die kurvige Straße durch die Büsche nach oben bringt: ganze Hügel in welligen, sauber geschnittenen Reihen, dazwischen ab und zu ein Pflücker mit einem Korb auf dem Rücken. Oben steht das Teehaus, mit einer Terrasse, die über die Hänge hinausragt.
Der Eintritt ist frei, und eine Kanne Tee mit einem Scone kostet ein paar Euro. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von halb neun bis halb fünf. Montags ist das Teehaus zu. Ein Taxi oder Grab ab Tanah Rata kostet etwa €5.
Der Trick liegt in der Reihenfolge. Sei um halb neun da, wenn es aufmacht, und lauf zuerst den schmalen Pfad zwischen den Büschen den Hügel hinauf. Dann hast du die Hänge fast für dich allein, mit dem Morgennebel noch im Tal. Erst danach setzt du dich auf die Terrasse, genau wenn die ersten Busse ankommen.
Unser Urteil: Tee da, wo er wächst, und der frühe Morgen macht den ganzen Unterschied
Ein Dschungelpfad ab deinem Hostel
Von Tanah Rata führen nummerierte Pfade hinauf in die Hügel, und ein paar davon beginnen buchstäblich am Ortsrand. Kein Taxi, keine Tour, kein Ticket: Du läufst aus deinem Hostel, und nach ein paar Minuten bist du im dichten Dschungel, über Wurzeln und durch Matsch, bis du zwischen den Teebüschen wieder herauskommst.
Der Gunung Jasar ist ein guter erster Gipfel, und wer mehr will, läuft weiter zum Gunung Brinchang. Die kürzeren Pfade kannst du allein laufen, gratis. Für die längeren Routen brauchst du eventuell einen Guide oder eine Genehmigung, und das ändert sich ziemlich oft.
Frag also in deinem Hostel, welche Pfade offen sind, sag jemandem, welchen du läufst und wann du zurück bist, und geh früh los. Dann bist du vor dem Nachmittagsschauer zurück und lange vor der Dunkelheit. Feste Schuhe, Wasser und eine Regenjacke gehören in deinen Tagesrucksack.
Unser Urteil: Wandern in der kühlsten Ecke der Halbinsel, gratis ab deiner Haustür
Die Land-Rover-Tour
Du willst den Mossy Forest und BOH Sungei Palas an einem Vormittag sehen? Einfacher geht es nicht. Du sitzt hinten in einem alten Land Rover, der die Bergstraße hinaufholpert, mit Stopps am Moosregenwald, an der Teeplantage und meistens an einer Erdbeerfarm oder einer Bienenfarm. Manche Touren fahren vor Sonnenaufgang los.
Ein geteilter halber Tag kostet ab etwa €20, und buchen kannst du in deinem Hostel oder in einem der kleinen Tourbüros in Tanah Rata. Unterwegs erzählt dir ein Guide etwas über den Tee und den Wald, und deine Fahrt nach oben ist geregelt.
Check aber, was im Preis drin ist: Der Eintritt zum Mossy Forest wird manchmal extra berechnet. Und frag beim Buchen, ob der Holzsteg gerade offen ist.
Unser Urteil: die Highlights an einem Vormittag, und die Fahrt ist schon ein Abenteuer für sich
Steamboat an einem kalten Abend
Essen schmeckt in der Kälte anders, und hier oben merkst du das am meisten beim Steamboat. Ein Topf kochende Brühe steht mitten auf dem Tisch, und darin garst du selbst Gemüse aus den Gewächshäusern ringsum, Fisch und Fleisch. Du sitzt im Pulli da, die Hände über dem Dampf, und es dauert genau so lange, wie du willst.
Du isst es in Tanah Rata, ein paar Minuten zu Fuß von deinem Hostel. Ein Essen kostet hier etwa €2,50, und dazu trinkst du eine Tasse Tee von den Plantagen um die Ecke oder einen Teh Tarik.
Plan es für deinen ersten Abend ein, solange die Kälte noch neu ist. Nach einem Tag im Mossy Forest tut kaum etwas so gut.
Unser Urteil: das Gericht, das zu diesen Bergen gehört, und der schönste Abschluss eines kalten Tages
Erdbeeren und der Nachtmarkt von Brinchang
Die Highlands gelten als Gemüsegarten Malaysias, und die Erdbeeren sind ihr ganzer Stolz. Auf den Erdbeerfarmen pflückst du selbst oder trinkst sie als Milchshake, und frische Erdbeeren in einem tropischen Land bleiben ein seltsames, lustiges Erlebnis.
Am Freitag- und Samstagabend baut Brinchang einen Nachtmarkt auf, mit Mais, Erdbeeren und gegrillten Snacks ab etwa €1. Herumschlendern ist gratis, und in der kühlen Abendluft ist richtig was los. Brinchang liegt ein paar Kilometer weiter, du nimmst also ein Taxi ab Tanah Rata.
Leg deinen dritten Tag so, dass er auf einen Freitag oder Samstag fällt, dann kombinierst du tagsüber eine Farm mit dem Markt am Abend.
Unser Urteil: eine schöne Abwechslung zu all der Natur, am besten am Wochenende
Noch Zeit übrig in den Cameron Highlands?
Eine Bienenfarm oder der Schmetterlingsgarten
An einem dritten Tag passen eine Bienenfarm und der Schmetterlingsgarten gut neben eine Erdbeerfarm. Wie zu den Erdbeeren kommst du mit Taxi oder Grab hin, plan sie also für denselben Nachmittag ein.
Banana Leaf Rice an der Hauptstraße
An der Hauptstraße von Tanah Rata gibt es ein paar indische Restaurants, in denen du Reis und Currys vom Bananenblatt isst, und morgens Roti Canai. Warmes Brot mit Curry ist genau das, was du an einem frischen Morgen vor einer Wanderung willst.
Die Sonnenaufgangstour
Manche Land-Rover-Touren fahren im Dunkeln los, damit du zum Sonnenaufgang oben bist. Von Januar bis März, in den trockensten Monaten, hast du die besten Chancen auf einen klaren Morgen über den Plantagen.
Ein Pulli und eine Regenjacke
Tagsüber sind es hier um die 22 Grad und nachts etwa 14, und Regen gibt es in jedem Monat. Zieh dich im Zwiebellook an, pack die Regenjacke ganz oben in deinen Rucksack und nimm Schuhe mit, die Matsch abkönnen. Dann verdirbt dir ein Schauer nicht den Tag.
Unsere Top 5 in den Cameron Highlands
Nur zwei oder drei Tage in den Bergen? Diese fünf solltest du auswählen:
- Der Holzsteg durch den Mossy Forest, wenn er offen ist, mit Pulli
- Um halb neun den Pfad zwischen den Teebüschen bei BOH Sungei Palas hinauf, danach Tee auf der Terrasse
- Ein Dschungelpfad ab Tanah Rata auf den Gunung Jasar, zurück vor dem Nachmittagsschauer
- Eine Land-Rover-Tour, um Moosregenwald und Plantage an einem Vormittag zu machen
- Ein dampfendes Steamboat an deinem ersten kalten Abend
Noch einen Tag übrig? Leg ihn auf einen Freitag oder Samstag und lass ihn zwischen den Erdbeeren und den Ständen des Nachtmarkts von Brinchang ausklingen.
Was musst du in den Cameron Highlands denn nun wirklich machen?
Einen frühen Morgen. Das ist eigentlich das ganze Geheimnis der Highlands. Um halb neun zwischen den Teebüschen, mit dem Nebel noch im Tal und den Pflückern bei der Arbeit, siehst du den Ort so, wie die Fotos es versprechen. Um zwölf stehst du da mit den Reisebussen und den ersten Regentropfen.
Dann der Moosregenwald. Frag in Tanah Rata, ob der Holzsteg offen ist, und wenn ja, geh hin. Ein Wald, in dem alles grün ist und die Wolken zwischen den Stämmen hängen, ist das Schönste, was dir diese Berge zeigen können.
Und gönn dir eine Pause. Die Highlands sind kein Ort zum Abhaken, sondern ein Ort zum Akkuaufladen, bevor es weiter nach Penang geht. Morgens eine Wanderung, nachmittags Tee, abends Steamboat: Nach ein paar Wochen Hitze ist das genau richtig.




