Phong Nha selbst ist klein, aber das, was drumherum liegt, ist alles andere als das. Rund vierhundert Höhlen, ein Nationalpark, in dem du Tage verlieren kannst, und ein Tal hinter dem Dorf, das dir einen Nachmittag wegfrisst, bevor du es merkst. Du wirst nicht alles sehen, und das musst du auch nicht.
Ein paar Dinge gehören wirklich auf deine Liste: mindestens eine große Höhle, ein Tag auf dem Roller und ein Moment, in dem du einfach nur im Wasser liegst. Andere Sachen stehen auf jeder Liste, weil sie eben immer auf jeder Liste stehen, und die sind völlig in Ordnung, solange sie dir nicht den halben Tag wegnehmen, den du fürs Tal wolltest. Und bei einem beliebten Stopp sind wir selbst etwas zwiegespalten.
Wofür lohnt sich deine Zeit hier also wirklich, und was passt ganz entspannt drumherum?
Noch mitten in der Planung? Wie viele Tage du brauchst, wo du schläfst und wie du hinkommst, steht auf unserer Phong-Nha-Seite.
Das Bong-Lai-Tal mit dem Roller
Für uns ist das das Beste, was du in Phong Nha machen kannst, und fast niemand hat es ganz oben auf der Liste. Das Tal liegt etwa sieben Kilometer hinter dem Dorf: Reisfelder, kleine Höfe, Kalksteinberge und Straßen, auf denen du eine halbe Stunde lang niemandem begegnest. Die Höhlen zeigen dir, was die Natur hier gebaut hat, das Tal zeigt dir, wie die Menschen hier leben.
Du mietest für etwa fünf Euro am Tag einen Roller und fährst einfach ins Tal. Eintritt gibt es keinen, du zahlst nur an den Stopps, die du dir aussuchst. Ein halber Tag reicht, ein ganzer macht mehr Spaß. Willst du das Hähnchen vom Grill im Pub with Cold Beer, musst du es Stunden vorher bestellen, schau also morgens schon kurz vorbei.
Fahr erst am späten Nachmittag zurück, dann rollst du die letzten Kilometer im Sonnenuntergang. Die meisten Reisenden sitzen um diese Zeit schon im Dorf und warten auf ihren Nachtbus, und genau dann ist das Tal am schönsten.
Unser Urteil: das Beste, was du hier machst, und der Teil, den die meisten verpassen
Paradise Cave, vor neun
Die Paradise Cave ist etwa 31 Kilometer lang, und viele Reisende nennen sie die schönste Höhle Vietnams. Du läufst über einen Holzsteg durch Hallen, die so groß sind, dass du ein paar Minuten brauchst, bis du die Decke findest. Tropfsteine, die zig Meter lang sind, und eine Stille, die du sonst nirgends in Vietnam findest.
Der Eintritt kostet etwa neun Euro, und die Höhle ist täglich von 7 bis 16:30 Uhr geöffnet. Sie liegt zwanzig Kilometer vom Dorf entfernt, mit dem Roller bist du also in knapp einer halben Stunde da. Trag Schuhe mit Profil, denn der Fels ist überall nass.
Sei vor neun da. Danach kommen die Reisebusse, und aus einer leeren Kathedrale wird eine Schlange auf einer Holztreppe. Unterwegs stehen Kühe auf der Straße, fahr also langsam und lass den Helm auf.
Unser Urteil: vor neun hast du sie fast für dich allein, danach kommen die Reisebusse: gleiches Ticket, andere Höhle
Dark Cave: Zipline, Schlamm und Kajak
Das ist das Gegenteil der Paradise Cave: Dort schlenderst du leise herum, hier kommst du nass, dreckig und außer Atem wieder raus. Du fliegst an der Zipline über den Fluss, schwimmst in die Höhle, watest tief im Berg durch ein Schlammbad und paddelst dann mit dem Kajak wieder raus. Von allem in Phong Nha ist das die Sache, von der Backpacker am längsten erzählen.
Rechne für die Dark Cave mit etwa zwanzig Euro und mit einem ganzen Tag, wenn du sie in derselben Tour mit der Paradise Cave kombinierst. Zipline, Schlammbad, Kajak und Schwimmweste sind meistens inklusive. Nimm eine Taschenlampe oder Powerbank mit, denn drinnen ist es wirklich stockfinster.
Steckt dein Handy lose in der Hosentasche, ist es weg, denn irgendwann gehst du einfach ins Wasser. Pack es in einen wasserdichten Beutel oder lass es bei deinen Sachen.
Unser Urteil: unbedingt, außer enge, dunkle Räume sind nichts für dich
Die Phong-Nha-Höhle mit dem Boot
Die Höhle, nach der das Dorf benannt ist, und die einzige, in die du mit dem Boot hineinfährst. Im Dorf steigst du in ein kleines Boot, überquerst den Son-Fluss und gleitest dann auf einen unterirdischen Fluss, mitten in den Berg hinein. Der Motor geht aus, jemand greift zu den Paddeln, und danach hörst du nur noch das Wasser, das gegen die Wände plätschert.
Die Fahrt dauert etwa eine Stunde, und du kannst sie ganz einfach im Dorf organisieren. Du kannst sie auch als Tour zusammen mit der Paradise Cave machen: Dann ist das Boot dabei, und du hast die zwei bekanntesten Höhlen an einem Tag gesehen.
Leg sie auf einen anderen Tag als die Dark Cave. Zweimal nass werden ist kein Problem, aber bei drei Höhlen hintereinander verschwimmen sie irgendwann ineinander.
Unser Urteil: nimm dir Zeit dafür, und sei es nur wegen der Stille auf dem Wasser
Mooc Spring Eco Trail
Ein Dschungelpfad, der an klarem blauem Wasser zwischen den Felsen endet, in das du einfach reinspringen kannst. Nach einem Vormittag in der Höhle oder einem Tag auf dem Roller in der Hitze ist das genau das, was du brauchst. Du kannst hier auch Kajak fahren oder stundenlang gar nichts tun, das klappt genauso gut.
Der Eintritt kostet etwa sieben Euro. Nimm Badesachen mit, denn das Wasser ist klar und kalt, und Letzteres fühlt sich besser an, als es klingt.
Schau aber in den Kalender: Die Mooc Spring ist meistens von April bis August geöffnet, danach steht das Wasser zu hoch. Du kommst im Herbst? Dann heb sie dir für eine andere Reise auf und such dir einen der Orte aus, die dann offen sind.
Unser Urteil: am schönsten, wenn es heiß ist
Eine Wanderung im Nationalpark
Fast alle kommen wegen der Welt unter der Erde, dabei steht der Park darüber auf derselben UNESCO-Liste. Kalksteinberge, dichter Dschungel und Wege, auf denen du kaum jemanden triffst, mit Pflanzen und Tieren, die du sonst in Vietnam nicht siehst. Für einen Tag ohne Helm, Taschenlampe oder Schlamm ist das deine beste Option.
Der Eintritt hängt von der Route ab, die du wählst, und fängt bei etwa sechs Euro an. Plan einen halben bis ganzen Tag ein. Gut zu wissen: Manche Routen darfst du nur mit Guide laufen, frag also im Dorf danach, bevor du auf den Roller steigst.
Mach das an deinem letzten Tag, wenn du die Höhlen gesehen hast. Erst dann merkst du, wie groß das Gebiet ist, durch das du die ganze Zeit gefahren bist.
Unser Urteil: ein halber bis ganzer Tag, und der beste Abschluss, wenn die Höhlen erledigt sind
Eine Nacht in der Hang En
Die Hang En ist die drittgrößte Höhle der Welt und liegt im selben Park wie Son Doong, die größte von allen. Du wanderst mit Guide durch den Dschungel dorthin und schläfst an einem Sandstrand in der Höhle, unter einer Öffnung in der Decke, durch die das Licht fällt. Das ist keine Sehenswürdigkeit, die du im Vorbeigehen abhakst, das ist der Grund, warum manche Leute überhaupt nach Vietnam kommen.
Das geht immer nur mit Guide, du organisierst es also vorab, und du brauchst dafür mindestens drei Tage in Phong Nha. Manche Routen im Park sind sowieso nur mit Guide erlaubt. Rechne damit, dass das mit Abstand der teuerste Tag deiner Vietnamreise wird.
Sorgen wegen des Geldes? Das ist die Art Ausgabe, die hinterher fast niemand bereut. Sorgen wegen deiner Kondition? Frag vorher, wie viele Stunden am Tag du läufst und wie steil der Abstieg in die Höhle ist.
Unser Urteil: nur, wenn du die Tage und das Budget hast, aber dann ohne Zögern
Noch Zeit übrig in Phong Nha?
Zwei Höhlen statt drei
Die Höhlen liegen nah beieinander, und es ist verlockend, drei an einem Tag zu machen. Zwei Höhlen an zwei Vormittagen hinterlassen einen größeren Eindruck, und du hast noch einen Nachmittag fürs Tal frei. Die Paradise Cave und die Phong-Nha-Höhle sind ein schönes Paar.
Der Duck Stop im Tal
Der Duck Stop kostet etwa drei Euro, Entenfutter inklusive, und ist ein netter Stopp unterwegs: Du läufst zwischen den Enten herum, isst eine Kleinigkeit, und alles ist ganz entspannt. Es gibt dort auch einen Teil, bei dem du auf einem Wasserbüffel stehen darfst, und den lassen wir selbst aus. Komm wegen der Enten, des Essens und der Stimmung.
Abends im Dorf
Das Dorf Phong Nha ist eine Hauptstraße, und abends wird es früh ruhig. Das passt perfekt zu den frühen Morgen, die du hier hast. Iss in deinem Homestay, denn die meisten kochen und machen das richtig gut, und setz dich dann mit einem Bier für sechzig Cent an den Fluss.
Die Jahreszeit im Blick behalten
Das ist der eine Ort in Vietnam, an dem die Jahreszeit wirklich entscheidet, was stattfindet. Von Februar bis August ist der Park am schönsten. Bist du im September, Oktober oder November im Dorf, frag lieber jeden Morgen nach, welche Touren laufen, statt vorab zu buchen, denn Hochwasser schließt Höhlen und streicht Kajakrouten.
Unsere Top 5 in Phong Nha
Nur ein paar Tage? Diese fünf würden wir auf jeden Fall machen:
- Ein halber bis ganzer Tag mit dem Roller durchs Bong-Lai-Tal, zurück zum Sonnenuntergang
- Die Paradise Cave, früh am Morgen vor den Reisebussen
- Die Dark Cave mit Zipline, Schlammbad und Kajak
- Die Phong-Nha-Höhle mit dem Boot, über den unterirdischen Fluss
- Der Mooc Spring Eco Trail zum Abkühlen, zwischen April und August
Danach noch Zeit? Eine geführte Höhlentour mit einer Nacht in der Hang En ist das Größte, was diese Gegend zu bieten hat. Die Tage hast du nicht? Dann fahr einfach noch einmal ins Tal, und nimm diesmal einen Seitenweg, an dem du beim ersten Mal vorbeigefahren bist.
Was musst du in Phong Nha denn nun wirklich machen?
Ehrlich: Nichts auf dieser Liste ist Pflicht. Mit Höhlen ist es außerdem so, dass sich zwei großartig anfühlen und vier anfangen zu verschwimmen. Such dir also zwei richtig aus, statt alle abzuarbeiten. Den Tag, der dann übrig ist, füllst du mit einer Rollerfahrt durchs Bong-Lai-Tal, und für viele wird genau das ihr Lieblingstag hier.
Wenn wir nur eine Sache aussuchen müssten: Miete den Roller. Eine große Höhle zeigt dir, warum diese Gegend auf der UNESCO-Liste steht, aber ein Nachmittag im Bong-Lai-Tal zeigt dir, wie sie riecht, klingt und lebt. Für viele Backpacker ist genau das der Teil, den sie am meisten geliebt haben, und er kostet dich fünf Euro.
Und plan einen Morgen ein, an dem du gar nichts machst. Setz dich mit einem Kaffee an den Son-Fluss, schau auf die Kalksteingipfel am anderen Ufer, und entscheide erst dann, ob du noch eine Höhle willst. In einem so ruhigen Dorf ist das keine verlorene Zeit. Genau darum geht es.




