Nha Trang ist ein Badeort mit einer überraschend langen Liste: Bootstouren, Tempel, Aussichtspunkte und Schlammbäder. Das passt nicht alles in die zwei Tage, die die meisten Backpacker hier haben, und das muss es auch nicht, denn eigentlich kommst du hierher, um mal eine Weile nichts zu tun.
Ein paar Dinge gehören wirklich drauf: ein Tag auf dem Wasser, ein Morgen an einem Strand, an dem sonst niemand liegt, und ein richtig gutes Essen ein paar Straßen hinter dem Meer. Andere gehören zu jedem Badeort dazu und füllen einen freien halben Tag ganz gut.
Wofür nutzt du also deine Tage in Nha Trang, und was hebst du dir fürs nächste Mal auf?
Noch am Planen? Wie viele Tage du brauchst, wo du schläfst und wie du hinkommst, steht alles auf unserer Nha-Trang-Seite.
Ein Tag auf dem Wasser zwischen den Inseln
In der Bucht vor der Stadt liegen neunzehn Inseln, und sie sind der Grund, warum du hier bist. Du fährst von Schnorchelstopp zu Schnorchelstopp, siehst tropische Fische in Wasser, das von Februar bis weit in den Juni klar bleibt, und zwischendurch wird an Bord gegrillt. Für viele Backpacker ist das das Highlight ihrer Zeit in Nha Trang, und das finden wir völlig zu Recht.
Es gibt zwei Varianten. Der halbtägige Schnorchelausflug mit Barbecue an Bord ist die beliebteste und lässt dir den Nachmittag frei. Willst du den ganzen Tag draußen sein und auch ein paar Inselstrände sehen? Dann bist du mit einer Inseltour etwa sieben Stunden unterwegs, ab etwa €15 inklusive Mittagessen. Die Boote legen morgens am Hafen südlich vom Zentrum ab.
Frag beim Buchen, ob Schnorchelausrüstung, Getränke und Eintritt inklusive sind. Genau da verstecken sich die Preisunterschiede zwischen den Anbietern, und sonst zahlst du das hinterher trotzdem.
Unser Urteil: unbedingt, und plan es für deinen ersten vollen Tag ein
Bai Tien Beach am frühen Morgen
Das ist unser eigener Favorit in Nha Trang, und kaum jemand fährt raus. Nördlich der Stadt liegt Bai Tien Beach, eine ruhige Bucht unter den Hügeln, die sich viel echter anfühlt als die volle Promenade. Keine Liegen, keine Verkäufer und meistens kaum andere Reisende.
Dafür brauchst du einen Roller, den du ab etwa €4 am Tag mietest. Fahr früh los, denn dann kommen die Fischer aus dem Ort vom Meer zurück, und die Chancen stehen gut, dass du den Strand fast allein hast. Fährst du weiter, kannst du Doc Let oder die Schlammbäder an denselben halben Tag hängen.
Helm auf, immer. Das wird hier streng kontrolliert, und die Polizei achtet auch aktiv auf Alkohol, also kein Bier am Strand, bevor du zurückfährst.
Unser Urteil: ein Muss, genau dafür mietest du den Roller
Die Cham-Türme von Po Nagar
Die Cham-Türme stehen hier seit dem achten Jahrhundert und werden bis heute genutzt: Das ist keine Ruine, sondern ein aktiver Tempel. Nach einem Tag auf dem Boot ist das eine schöne Abwechslung, und es ist auch das beste Stück Geschichte, das die Stadt zu bieten hat. Vom Gelände aus blickst du außerdem über die Stadt.
Der Eintritt kostet etwa €1, geöffnet ist täglich von 6.00 bis 18.00 Uhr. Du kommst mit Grab oder mit dem Roller hin. Bedeck Schultern und Knie, denn hier kommen wirklich Leute zum Beten her.
Plan eine Stunde ein. Verbinde es mit den Schlammbädern außerhalb der Stadt, die liegen in derselben Ecke, und nach einem Tag auf See hast du dir das verdient.
Unser Urteil: eine Stunde, und nimm die Schlammbäder mit, die liegen auf dem Weg
Sonnenuntergang am Hon Chong
Hier schauen sich alle den Sonnenuntergang von der Promenade aus an, und das ist auch völlig okay: Es kostet nichts, passiert gegen sechs, und daran ändert sich übers Jahr kaum etwas. Aber vier Kilometer nördlich vom Zentrum liegt Hon Chong, eine Felsformation über dem Meer mit einem der besten Ausblicke über die Bucht. Dort ist es ruhiger, und das Licht ist schöner.
Der Eintritt kostet etwa €1, geöffnet ist täglich. Mit dem Roller bist du im Nu da, mit Grab auch. Lass dir Zeit beim Klettern über die Felsen, bis du einen Platz findest, an dem du allein sitzt.
Geh am späten Nachmittag hin, dann siehst du, wie die Küste die Farbe wechselt, und hast trotzdem noch den ganzen Abend vor dir.
Unser Urteil: der beste Sonnenuntergang der Stadt, und er kostet dich einen Euro
Bun Ca und gegrillter Fisch hinter der Promenade
Nha Trang ist ein Fischerort, der zum Badeort geworden ist, und genau an der Grenze zwischen beidem schmeckst du das. Am Wasser zahlst du Promenadenpreise, aber ein paar Straßen landeinwärts sitzt du zwischen Einheimischen und isst den Fang vom selben Morgen. Die lokale Spezialität ist Bun Ca: Nudelsuppe mit Fischfrikadellen.
Außerdem ist das hier der Ort für gegrillten Tintenfisch, Muscheln nach Kilo und Nem Nuong, das du am Tisch selbst rollst. Eine Mahlzeit kostet hier etwa €1,80 und ein Bier etwa €0,50, zwei Lokale an einem Abend sind also locker drin.
Frag beim Seafood immer nach dem Kilopreis, bevor der Teller auf dem Tisch steht. Das ist die klassische Art, in Nha Trang viel zu viel zu bezahlen, und das passiert nicht nur an der Promenade.
Unser Urteil: unbedingt, und nicht an der Promenade
Die Schlammbäder außerhalb der Stadt
Ja, das ist touristisch. Nein, das ist hier völlig egal. Nach einem Tag Sonne und Salzwasser versinkst du in einer Wanne mit warmem Schlamm, spülst dich ab und sitzt dann eine Stunde da und tust absolut nichts. Danach fühlt es sich an, als würde deine Reise noch mal von vorn anfangen.
Die Bäder liegen außerhalb der Stadt, also nimm Grab oder bau sie in eine Rollertour ein, zum Beispiel auf derselben Fahrt wie die Küstenstraße nach Norden. Plan sie für den Tag nach deiner Bootstour ein, nicht davor.
Unser Urteil: super, wenn du deine Tage nicht vollstopfst
Die Long-Son-Pagode und die 152 Stufen
Der bekannteste Tempel der Stadt liegt auf einem Hügel im Zentrum, oben mit einem großen weißen Buddha, den du schon von der Straße aus siehst. Du steigst 152 Stufen hoch und bekommst dafür einen Rundumblick über Nha Trang.
Es kostet nichts, und du kannst hin, solange es hell ist. Von der Promenade sind es etwa zehn Minuten mit dem Roller oder mit Grab. Mach es gleich am Anfang des Tages, denn in der vollen Mittagssonne sind diese Stufen deutlich härter.
Unser Urteil: eine halbe Stunde ist genau richtig
Noch Zeit übrig in Nha Trang?
Eine Bootstour in der richtigen Saison
Die Regenzeit kommt hier später als im Rest von Vietnam, von September bis Dezember. Das Meer wird rau, die Boote fahren nicht immer raus, und die Sicht unter Wasser liegt oft unter fünf Metern. Kommst du in diesen Monaten? Dann bleib in Nha Trang etwas kürzer und verleg deine Schnorchelpläne an einen anderen Stopp auf deiner Route. Von Februar bis August willst du hier sein, und auch der Januar ist meistens trocken.
Der Stadtstrand von seiner besten Seite
Sechs Kilometer Sand entlang der Promenade, gratis, mit einer Liege für etwa €2. Früh am Morgen gehört der Strand den Einheimischen, und das ist auch die schönste Zeit, um dort zu sein: ruhig, kühl und voller Leben an der Wasserkante. Achte im Herbst auf die Flaggen, denn dann gibt es eine starke Rückströmung.
Seafood ein paar Straßen landeinwärts
Die Terrassen am Wasser sind perfekt für deinen Abendspaziergang und einen Drink. Für den Fisch selbst läufst du zwei Straßen landeinwärts, da kommt er für einen Bruchteil des Preises vom Holzkohlegrill. Frag aber vor dem Bestellen nach dem Kilopreis, dann weißt du genau, woran du bist.
Die Bootstour über dein Hostel buchen
Auf der Straße bietet man dir Touren an, die ein bisschen günstiger aussehen als das, was dein Hostel verlangt. Buch einfach über dein Hostel oder vorab online, dann weißt du sicher, dass Schnorchelausrüstung, Eintritt und Mittagessen dabei sind. Lass an dem Tag deine Wertsachen im Hostel, dann musst du unterwegs auf nichts aufpassen.
Unsere Top 5 in Nha Trang
Nur ein paar Tage? Diese fünf würden wir auf jeden Fall machen:
- Ein Tag auf dem Wasser zwischen den Inseln, mit Schnorchelstopps und Barbecue an Bord
- Mit dem Roller zum Bai Tien Beach, früh am Morgen, wenn die Fischer reinkommen
- Die Cham-Türme von Po Nagar, eine Stunde zwischen zwei Strandtagen
- Sonnenuntergang am Hon Chong statt an der Promenade
- Bun Ca und gegrillter Fisch ein paar Straßen hinter dem Wasser
Danach noch Zeit? Die Schlammbäder sind der beste Abschluss für einen Tag auf See. Und willst du noch einen Ausblick, steig die 152 Stufen der Long-Son-Pagode hoch, bevor die Mittagssonne am härtesten brennt.
Was musst du in Nha Trang denn nun wirklich machen?
Alles auf dieser Liste lohnt sich, aber Nha Trang ist vor allem der Ort, an dem deine Vietnamreise kurz Pause macht. Wer hier am meisten mitgenommen hat, ist nach der Bootstour einfach liegen geblieben. Diese Liste soll dir beim Auswählen helfen, und dafür sorgen, dass deine zwei Tage entspannt bleiben.
Wenn wir nur eine Sache aussuchen müssten: Raus aufs Wasser. Die Inseln sind der Grund, warum diese Stadt ein Backpacker-Stopp ist, und ein Tag draußen mit Schnorchelstopps und Barbecue an Bord kostet weniger als ein Abend in der Kneipe zu Hause. Leg ihn auf deinen ersten vollen Tag, dann hast du noch Luft, falls der Wind andere Pläne hat.
Und an deinem letzten Morgen mietest du für €4 einen Roller. Fahr die Küste hoch nach Norden, setz dich an einen leeren Strand, während die Fischerboote reinkommen, und hol dir dann eine Schüssel Bun Ca, bevor dein Bus nach Da Lat fährt. So verabschiedest du dich besser von Nha Trang als mit jedem Nachmittag auf der Liege.




